"Exploratives
Lernen" ist ein Arbeitsbuch für jung und alt,
um
erfolgreich und lustvoll zu Lernen.
Verena Steiner nimmt die Leser mit auf den Weg
zum motivierten und wirkungsvollen Wissenserwerb.
von Rina Dey
Das
Konzept des Explorativen Lernens geht vom
menschlichen Grundbedürfnis nach Erforschen und
Entdecken aus. Im Vordergrund steht die Neugier, Beobachtung und Reflexion,
aber auch die richtige Technik.
Das
Buch zeigt, warum
Lernen Spass macht und nicht nur eine
mühselige Notwendigkeit ist. Die Leser erfahren,
wie man selbst in öden Phasen die
Konzentration nicht verliert und sich auch die
happigsten Brocken spielerisch einprägen kann.
Sie lernen, wie man das Kurzzeitgedächtnis überlistet
und die Angst vor dem Vergessen überwindet.
Gründe fürs Lernen gibt's genug
Gründe – oder Ausreden – nicht zu lernen, gibt es viele.
Die Autorin nennt fünf Gründe, die fürs
Lernen sprechen.
-
Erwachsenen fällt das Lernen leichter als Kindern. Denn sie
wissen, was sie lernen wollen und wofür.
Die Lernprojekte sind kurz und konkret. Das
Gelernte kann unmittelbar eingesetzt werden.
-
Lernen stärkt das Selbstwertgefühl und macht flexibler für
Veränderungen.
-
Lernen kann motivierend sein für andere – Kinder, Partner
- und sie ebenfalls zum Lernen animieren.
-
Sowohl Beruf- als auch Privatleben werden interessanter.
Lernen beeinflusst, ob man das Leben als
positiv und bereichernd empfindet oder als
langweilig. Das Gefühl verschwindet, etwas
verpasst zu haben. Lernen entscheidet im
Job, ob man befördert, bei der Gehaltsrunde
berücksichtigt oder freigestellt wird.
-
Geistige Interessen
bereichern das Alter. Wer den Geist fördert,
bleibt länger fit.
Lernen Schritt für Schritt
Inhalte
machen nur einen Teil des Lernens aus. Wichtig sind auch die Prozesse.
Es
geht stets um
folgende Etappen: Ziel festlegen, Information
sammeln, Denken und Konzipieren, Planen, Tun,
Kontrollieren, Beobachten und Reflektieren. Dabei gleicht sich das Wesen des Lernprozesses beim Lernen, beim
Schreiben eines Artikels oder bei der
Vorbereitung auf eine Prüfung.
Der Lernprozess ist ein Zyklus, der mit der Zielfestlegung
anfängt und mit dem Beobachten und Reflektieren
abschliesst. Die Teilprozesse überlappen sich,
gehen ineinander über und spielen zusammen.
Im Gesamtablauf gibt es Rückwärtsbewegungen
und Sprünge. Der Zyklus gibt einem
Lernprojekt eine Struktur: statt einer unübersichtlicher
Menge Stoffe steht man einer klaren Abfolge von
Schritten, Teilprozessen und Teilzielen gegenüber.
Lernen vorwärts und rückwärts
Beim Lernvorgang werden immer wieder die gleichen
Teilprozesse durchlaufen.
-
Zuerst wird Vorarbeit geleistet. Es wird die genaue
Absicht festgelegt und das Vorwissen
aktiviert.
-
Lernen bedeutet, den Lernstoff zu erarbeiten, zu
reduzieren und zu strukturieren. Hat man ihn
vorbereitet und verstanden, geht es ans
-
Memorieren. Das Gelernte wird gespeichert und dann
repetiert, um es zu festigen. Indem man
wiederholt versucht, es zu rekonstruieren,
wird es erneut abgerufen und aktiviert.
Diese Teilprozesse beim Lernvorgang überschneiden sich,
verlaufen simultan, beeinflussen sich
wechselseitig, gehen mal schneller, mal langsamer,
vorwärts, rückwärts. Den Lernstoff richtig anpacken
Eine Denkpause
einschalten. Zuerst müssen die Absichten klar
festgelegt und der Lernvorgang in seine Teilprozesse
aufgeteilt werden.
Der richtige Einstieg in den Lernstoff ist wichtig. Das
Interesse muss geweckt werden. Man kann von Geschichten
ausgehen, von einem faszinierenden Phänomen, oder
mit einem Experten ein Gespräch führen.
Die Lehrbuchtexte analysieren. Sie sind gespickt mit Fachausdrücken. Die
Sprache ist sachlich und der Inhalt dicht. So
verschafft man sich einen Überblick über die
Struktur des Inhalts und die wesentlichen
Aussagen.
Beim Erarbeiten innere Zwiegespräche, Analogien bilden und Bezüge zum
Alltagswissen schaffen. Neues mit Bekanntem
verbinden.
Den Lernstoff reduzieren und strukturieren. Die
Frage nach dem Wesentlichen hilft, das Überflüssige
auszusortieren und sich effizient ein klares Bild
zu machen. Skizzen, Zusammenfassungen oder Listen
helfen, Inhalt und Struktur des Lernstoffes
festzuhalten.
Den persönlichen Lernstil finden
Grundsätzlich haben alle
Menschen ein unterschiedliches Lernverhalten.
Jeder muss also für erfolgreiches Lernen die eigene
Technik entdecken und entwickeln. Man muss sich beobachten, reflektieren,
experimentieren und kann so den persönlichen
Lernstil finden. Wer daran feilt, wird immer besser und schneller.
Damit optimiert man die persönlichen Strategien laufend und
wird zu einem
richtigen Lernprofi.
Nicht vergessen darf man: Beim Lernen gibt es Höhenflüge
und Tiefschläge. Frust, Lernkrisen sind vorprogrammiert und
unausweichlich. Sie sind jedoch vergleichbar mit
Gewittern, die früher oder später, aber sicher
vorüberziehen. Dranbleiben ist daher das Motto.
Die Bücher von Verena
Steiner:
- Exploratives
Lernen. Der persönliche Weg zum Erfolg, Pendo,
2001
- Erfolgreich lernen heisst..., Pendo, 2. Aufl., 2002
- Lernen als Abenteuer, Eichborn,
2002
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