E-Learning vernetzt Schüler


Viele  Leute denken, E-Learning heisse, eine CD-ROM in den Computer zu schieben und alleine für sich zu arbeiten.  Das Potential des virtuellen Lernens liegt aber vor allem im Vernetzen von Menschen zu Lerngruppen.

Von Alexandra Roder

E-Learning bedeutet Lernen mit Hilfe elektronischer Medien. Die Kommunikation und Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden erfolgt dabei über den PC und das Internet. Auf speziellen Lernplattformen im Web werden Lernmaterialien verteilt und Übungen angeboten.

Das Besondere an diesem computer- und netzunterstützten Lernen liegt darin, dass trotz räumlicher Distanz und unterschiedlicher Präsenzzeit der Schüler und Lehrer sowohl eigenständiges als auch kooperatives Lernen möglich ist.

Die Zukunft des E-Learning wird aber nicht im Ablösen, sondern im  Ergänzen zum konventionellen Schulunterricht gesehen. Das zeigt ein Pilotprojekt des Bundes.

Pilotprojekt an Berufsschule

Der Bund möchte E-Learning voranzutreiben und lancierte deshalb mit dem Schweizerischen Institute für Berufspädagogik die Aktion «ICT.SIBP-ISPFP». Mit dem Pilotprojekt soll der sinnvolle Einsatz der Telekommunikations-Technologie an Berufsschulen erprobt und die Konsequenz für künftige Schulorganisationen aufgezeigt werden.

Ein weiteres Anliegen ist die professionelle Ausbildung der Lehrkräfte. Die gewerblich-industrielle Berufsschule Olten hat als Erste an diesem Projekt teilgenommen. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass einige Schüler die Aufgaben auch mit Internet nicht rechtzeitig erledigen, teilten die involvierten Lehrkräfte mit.

Für die interessierten Schülerinnen und Schüler sei E-Learning ein Vorteil, da sie dadurch auf mehr Informationen Zugriff hätten. Als weiterer positiver Punkt wurde erwähnt, dass sich die Zusammenarbeit unter den Lehrlingen verbessert hätte. Die Schüler schätzten vor allem auch die zeitenabhängige Arbeitsmöglichkeit.

Mit E-Learning gegen überfüllte Hörsäle

Die Universitäten haben schnell die Vorteile des webbasierten Lernens erkannt. So bietet zum Beispiel Uni Zürich schon seit längerer Zeit  virtuelle Kurse, Vorlesungen und Seminare über das Internet an. Damit wird den Studierenden nicht nur eine neue Lernmethode geboten. E-Learning verbessert gleichzeitig auch das Angebot, entlastet überfüllte Hörsäle und bezieht Schüchterne mit ein.

Seit Anfang Jahres setzt die Uni Basel mit ihrem neuen New Media Center ebenfalls auf E-Learning. An die vierzig E-Learning-Projekte werden zurzeit durch das so genannte «LearnTechNet»der Uni Basel koordiniert.

Auch die Universität St.Gallen hat in Zusammenarbeit mit dem «Swiss Centre for Innovations in Learning» in diesem Monat eine E-Learning-Testphase gestartet.

Wenig konsequent umgesetzt

E-Learning gilt in den USA als eines der grössten Wachstumsfelder im Internet und ist gemäss Prognosen der Marktforscher der International Data Corporation auch in Westeuropa stark im Kommen. In Schweizer Schulen wird das multimediale Lernen allerdings noch wenig konsequent umgesetzt.

«An der obligatorischen Schule wird meistens noch mit der CD gelernt», weiss Jürg Krämer, Informatiklehrer und Besitzer der Firma «userhelp». Die Erstellung von E-Learning-Webseiten sei meist eine zeitintensive und daher teure Angelegenheit. Die öffentliche Hand habe oft zu wenig Geld, um Berufs- und Mittelschulen mit den entsprechenden Programmen auszurüsten.

Eine Übersicht über das E-Angebot zeigt die Webseite www.alice.ch. Unsere deutschsprachigen Nachbarländer zeigen sich um einiges fortschrittlicher, was die neue Lerntechnologie anbelangt: «Vor allem in Deutschland und Österreich existieren bereits viele kostenlose E-Learning-Seiten», sagt Krämer.

Kommt Zeit, kommt E-Learning

Der Einsatz von E-Learning wird nicht nur im Klassenzimmer vorangetrieben. Auch die heutige Arbeitswelt wird zusehends von virtueller Kommunikation und Kooperation geprägt.

«Weiterbildung  übers Internet ist ein ideales Karrieretool - wenn man es nutzt», sagt E-Learning-Spezialistin Andrea Back, Professorin an der Universität St. Gallen. In der Schweiz sind Banken und Versicherungen Vorreiter, was die neue Lerntechnologie betrifft. Auch die Pharmaindustrie signalisiert Interesse am webbasierten Lernen.

Von einem E-Learning-Boom in der betrieblichen Weiterbildung kann aber noch nicht die Rede sein. «In Europa stecken die Angebote oft noch in den Kinderschuhen, und der Aufmarsch an Lernwilligen lässt zu Wünschen übrig», meint Andrea Back. Die Professorin zeigt sich dennoch optimistisch: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis E-Learning selbstverständlich wird».

 

 

..und denken Sie daran: Auch das beste E-Learning-Tool schützt nicht vor evtl. auftretenden Kopfschmerzen oder roten Augen....



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