Erwachsenenbildung individualisiert sich


Massgeschneiderter Unterricht für jede Agenda: Dies ist die Spezialität der «Fliegenden Lehrerinnen» aus Zürich.

von Saskia Ott Zaugg

Erkundigen sich 'Neulinge' telephonisch nach dem nächsten Kursbeginn, antwortet Geschäftsführerin Edit Adrover mit einem "Sofort!". Die Weiterbildungsangebote bei den «Flying Teachers» sind durchgehend individualisiert: "Zeit, Ort, Inhalt und Lehrmittel bestimmt bei uns jeder einzelne selbst."

Meistens 'fliegen' die Lehrkräfte also zu der jeweiligen Kundin und helfen ihr bei der Bewältigung der Aufgaben. Nicht selten begleiten die «Flying Teachers» ihre Schüler auch auf Geschäftsreisen, ins Restaurant während der Mittagspause oder an den Urlaubsort.

Jedem Kunden seinen Sonderwunsch

Arbeitstätige, die durch beruflichen Stress auf äussert flexibles Lehrpersonal angewiesen sind, sind bei den schweizweit tätigen «Flying Teachers» an der richtigen Adresse. Inhaltlich richtet sich der fliegende Unterricht nach den individuellen Bedürfnissen der Klientel.

Ob jemand einen Vortrag halten muss oder ungezwungen an einem gesellschaftlichen Anlass plaudern können sollte, bestimmt die Form und den Ablauf des persönlichen Sprachtrainings.

Zu gleichen Teilen bietet die «Flying Teachers GmbH» fachspezifische Kurse für Bankangestellte, Versicherungs- oder Computerfachleute aus aller Welt an. Und natürlich geht auch beides in einem, denn die fliegenden Pädagoginnen wissen ihr Fachwissen auch in zehn Fremdsprachen zu vermitteln.

Besser lernen mit 'Flying Teachers'

"Die meisten, die bei uns anrufen sind perplex, was wir zu bieten haben", lacht Edit Adrover, Leiterin der «Flying Teachers GmbH». Verwundern würde sie das nicht: "In der Erwachsenenbildung will man immer noch nicht wahrhaben, dass man keine Kinder unterrichtet..."

Auch das Wort "Unterricht" liebt Edit Adrover gar nicht: Ihre Teachers erteilten nicht einfach Lektionen, sondern lösten die Probleme ihrer KundInnen.

Heute sprächen zwar alle von kunden-orientierten Angeboten, doch sie erlebe bei klassischen Kursanbietern nirgendwo, dass die Teilnehmenden in den Lernprozess einbezogen würden. Seit sich jedes Kind aus dem Internet einen eigenen Mix an Wissen aneignen könne, sei aber eine Nivellierung bereits im Schulalter nicht mehr möglich – "geschweige denn bei Erwachsenen", sprudelt es aus ihr heraus.

Fusionsopfer entdeckt neue Marktnische

Edit Adrover und ihr Team haben bis Ende 1997 als Angestellte für den Schweizerischen Bankverein Sprachschulungen durchgeführt. Die geplante Auslagerung im Vorfeld der Fusion war für Adrover erst Schock, dann Startschuss für eine Karriere als selbständige Unternehmerin.

Von ihrem Konzept der «Flying TeachersÌ überzeugt, folgten ihr alle 24 ehemaligen Kolleginnen ins neue Büro an der Gladbachstrasse 101 in Zürich. Seither bietet das Frauen-Team Grosskunden wie der UBS "jene Schulungen an, die diese Firmen abgebaut oder ausgelagert haben", triumphiert Adrover.

Aufkommende Konkurrenz wird nicht zu vermeiden sein - Titel und Idee der «Flying Teachers» sind deshalb schon lange  geschützt..

Flying Teachers aus Kundensicht

Regelmässig fliegt Sprachlehrerin J.D. von der «Flying Teacher GmbH» auch zur PR- und Werbeagentur «Suter Consulting» an der Zürcher Tramstrasse. Mitarbeiterin A.G. benennt spontan die Vorteile:

  • "Wertvoll ist für uns, dass wir keine Zeit verlieren, weil Frau Dietschi zu uns ins Haus kommt."

  • "Klassische Übersetzungsfirmen übersetzen Texte nach ihrem Gusto und Gutdünken. Bei den Flying Teachers sind unsere MitarbeiterInnen als Fachleute unmittelbar in den Übersetzungs-Prozess miteinbezogen. Der übersetzte Text ist 1:1 brauchbar für uns, und unsere MitarbeiterInnen haben erst noch viel dazugelernt."

  • "Die Flying Teachers sind Allround-Helferinnen: Sie verleihen Referaten in englischer Sprache den letzten Schliff, berücksichtigen dabei den Stil der jeweiligen Person und stehen unseren Agentur-MitarbeiterInnen auch noch bei, wenn es darum geht, die Präsentationstechnik zu verbessern."

  • "Die Flying Teachers sind eine Sofort-Hilfe: Anruf oder E-Mail genügt."

Und die Nachteile? A.G. seufzt: "Dass man trotzdem nicht alles lernen kann."

Flying Teachers im Aufwind

In den ersten Geschäftsjahren vervierfachte sich der Personalbestand der «Flying Teachers» von 24 auf heute über 90 Lehrkräfte. 

Der Trend, in der beruflichen Weiterbildung nach flexiblen und individuellen Lösungen zu suchen, hat nach Einschätzung Adrovers jedoch erst begonnen. Auch der Druck der Wirtschaft, der sich beispielsweise in den steigenden Anforderungen an Kaderleute spiegle, ermögliche der Firma, ihren Kundenkreis zu erweitern. 

Die Überlastung der letzten Monate hat Adrover dazu veranlasst, eine Datenbank anzulegen, die es ihr ermöglichen soll, Lehrkräfte mit freien Kapazitäten in der ganzen Schweiz abzurufen.



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