|
In der Welt der Wissenschaft ist eine stete
Weiterentwicklung zu beobachten, in den vergangenen
Jahrzehnten sogar mit zunehmender Geschwindigkeit.
Es scheint die Annahme berechtigt zu sein, dass
Wissen im kognitiven Bereich «vererbt» werden kann.
Strategien, die das Leben erträglich, sogar
glücklich machen, muss jeder – den vielen hundert
Ratgebern zum Trotz – für sich selbst entwickeln.
Zwar können Kinder heute früher lesen, rechnen,
lernen schon im Kindergarten Fremdsprachen und
wissen generell viel mehr als die Generation davor
in selben Alter.
Liebesfähigkeit, Leidensfähigkeit
und die Bereitschaft, Glück anzunehmen wenn es einem
begegnet, muss sich jeder selbst erarbeiten. Dieses
einsame Lernen scheint ein wesentlicher Punkt der
kulturellen Entwicklung zu sein, die Basis
kulturellen Lebens.
«Du sollst nicht töten» steht zwar als zentrale
Forderung im am besten bekannten Vademecum für
kultiviertes Zusammenleben aller Zeiten – und bleibt genau
so lange unbeachtet. Die jüngsten politischen
Entwicklungen sind Beleg genug.
|