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Lernen ist kulturabhängig

Jeder muss immer wieder lernen.

© Museum Bouxwiller

  In der Welt der Wissenschaft ist eine stete Weiterentwicklung zu beobachten, in den vergangenen Jahrzehnten sogar mit zunehmender Geschwindigkeit. Es scheint die Annahme berechtigt zu sein, dass Wissen im kognitiven Bereich «vererbt» werden kann.

Strategien, die das Leben erträglich, sogar glücklich machen, muss jeder – den vielen hundert Ratgebern zum Trotz – für sich selbst entwickeln. Zwar können Kinder heute früher lesen, rechnen, lernen schon im Kindergarten Fremdsprachen und wissen generell viel mehr als die Generation davor in selben Alter.

Liebesfähigkeit, Leidensfähigkeit und die Bereitschaft, Glück anzunehmen wenn es einem begegnet, muss sich jeder selbst erarbeiten. Dieses einsame Lernen scheint ein wesentlicher Punkt der kulturellen Entwicklung zu sein, die Basis kulturellen Lebens.

«Du sollst nicht töten» steht zwar als zentrale Forderung im am besten bekannten Vademecum für kultiviertes Zusammenleben aller Zeiten – und bleibt genau so lange unbeachtet. Die jüngsten politischen Entwicklungen sind Beleg genug.