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Von Datensammlern und Geschichtenerzählern

Bedeutet mehr Kommunikation auch mehr Manipulation? An der 3. MAZ-Kommunikationstagung gaben drei Fachreferenten Antworten auf diese Frage und stellten sich der Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Der Digitalökonom und Reporter Hannes Grassegger gewährte den Teilnehmenden einen Einblick in die Sammelwut amerikanischer Datenhändler. Dank der Verknüpfung von Behörden und von Internetdienstleistern gesammelter Informationen sei es möglich, ein umfangreiches Profil von einzelnen Nutzern zu erheben. Damit könnten diese gezielt mit Werbung erreicht werden. Während dieses sogenannte «Microtargeting» immer mehr zur Anwendung komme, stelle sich zunehmend die Frage, inwiefern die Datensammlungen bestehende Gesetze verletzten.

 

Hannes Grassegger, Digitalökonom und Reporter

 

In der Folge zeigte der Neuromarketing-Experte Werner T. Fuchs auf, mit welchen Themen sich Konsumentinnen und Konsumenten besonders gut erreichen lassen. Dabei setzt er auf Geschichten, die an prägende Erinnerungen wie Kindheit, Pubertät und einschneidende Ersterlebnisse anknüpfen. So erreiche man das Unterbewusstsein der Angesprochenen und verknüpfe die Inhalte mit Emotionen.

 

Dr. Werner T. Fuchs, Propeller Marketingdesign, Autor und Experte in Neuromarketing und Storytelling

 

Dass Kommunikation und Selbstdarstellung auf den eigenen Kanälen auch Risiken bergen, zeigte Mario Schranz, Institutsleiter des Forschungsinstituts Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich auf. Er verwies insbesondere auf die fehlende Glaubwürdigkeit von Botschaften, die vorbei an journalistischen Erzeugnissen publiziert werden. Deshalb könne die Erosion der Presse und das Fehlen von Wirtschaftsspezialisten auf den Redaktionen nicht einfach mit mehr Kommunikation durch die Unternehmen kompensiert werden.

 

Dr. Mario Schranz, Institutsleiter fög - Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich

 

Die drei Referate bildeten die Grundlage für vertiefte Diskussionen während den Pausen und dem anschliessenden Apéro.