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MAZ-Recherchetag 16: Themen finden und Fakten verifizieren

Full House am MAZ-Recherchetag 2016. In 15 Workshops und Werkstattgesprächen gab es Inputs, Anregungen, frische Ideen und Hintergrundinformationen von Profis.

«Das Gute aus der alten Zeit in die neue überführen» – das ist die Kernaussage von Keynote-Speaker David Schraven von Correct!v zur Lage des Recherche-Journalismus. Was bleibe, sei der Wunsch zu lernen und zu verstehen und dazu gebe es heute viel mehr Möglichkeiten. Wir können einfacher, verständlicher und schneller arbeiten, ist Schraven überzeugt. Journalistinnen und Journalisten haben Unmengen an Daten zur  Verfügung, mit denen sie auch wissenschaftlich arbeiten können. Neue Finanzierungsmodelle ermöglichen aufwändige Recherchen und über das Internet können Medienschaffende Communities aufbauen und sich mit den Lesern austauschen. Auf Plattformen und Tools wie pinterest oder Youtube findet Schraven zudem neue Erzählformen. In der Recherche sei heute mehr möglich denn je – wichtig sei es, mit seiner Arbeit Vertrauen zu schaffen und authentisch zu bleiben.

 

Keynote-Speaker David Schraven über den Recherche-Journalismus.

 

Weiter ging es mit 15 verschiedenen, über den Tag verteilten Workshops: Zum Beispiel darüber, wie man Themen findet und Fakten verifiziert, über Recherchen in der Justiz, im Gesundheitswesen oder in Korruptionsfällen oder die Verifikation auf Social Media (>vollständiges Programm).

 

Für Stories ist das Gesundheitswesen eine Goldgrube. Serena Tinari und Catherine Riva von www.de-tox.ch zeigten, wie man sie findet.

 

Über Facebook mit Graph Search in den Dunstkreis von IS und Neonazis vorstossen. Fabian Eberhard von der Sonntags Zeitung erzählte, wie er in diesen Kreisen recherchiert.

 

Themen liegen offen da. Man muss sie nur erkennen. Ein Meister in dieser Disziplin ist Constantin Seibt vom Tages-Anzeiger.

 

Der Fall Fifa – Armutszeugnis für den Schweizer Journalismus? So viel vorneweg: eine klare Antwort gab es am Podium zum Schluss der Veranstaltung nicht. Dafür ein paar Erklärungsversuche.

 

Der Fall Fifa und Blatter ist komplex. Einblicke gab es an der Podiumsdiskussion. 

 

Peter Hossli vom Blick sieht das Problem primär in der Beziehungskorruption, die es allerdings nicht nur im Sport gebe. Als Massnahmen für die Zukunft empfiehlt Hossli langsameres Arbeiten. Geschichten dürften nicht zu schnell «rausgehauen» werden. Jean François Tanda meint, man müsse keine Angst haben vor Drohungen und Thomas Knellwolf  vom Tages-Anzeiger sieht Potential in Kooperationen mit nationalen und internationalen Recherche-Netzwerken und hält fest: «Es hat in der Schweiz eine Professionalisierung der Recherche gegeben.»

 

Der Apéro am Ende des Tages bot Gelegenheit zur Diskussion und zum Austausch.

 

Die Handouts zu den Workshops mit diversen Tipps, Hinweisen und Links sind unter www.maz.ch/recherchetag16 verfügbar.

 

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Begrüssung von MAZ-Direktor Diego Yanez