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Mit Kurt zur Kür

MAZ-Studierende beweisen mit dem neuen Magazin #Kurt, dass ihre Generation Pfupf hat.

Und dass Print lebt.

Kurt ist eine Ausnahmeerscheinung. Denn Bierideen schaffen es in der Regel nicht über den Deckel hinaus, auf dem der Gerstensaft steht. Nicht so die Idee zum Magazin #Kurt. Am Freitag, 5. Juni 2015, wurde die erste Ausgabe des neuen Printtitels in der Zürcher Bar Bundeshaus getauft. Vielleicht liegt das auch am Thema des Hefts: Scheitern. Als Beschwörungsformel schützt das Motto das ehrgeizige Projekt genau vor dem, was es benennt. Ein klassischer Trick der Verzweifelten und Kinder. Wünsche Dir, was Du Dir nicht wünschst, und das Gegenteil wird wahr.

 

«Wir wollten zeigen, dass eine neue Generation von Journalisten kommt, die Pfupf hat und sich durch den Pessimismus in der Branche nicht runterziehen lässt», beschreibt der Kulturjournalist Simon Knopf die Motivation der vier jungen Journalisten, die den Kern der Redaktion von acht ehemaligen MAZ-Studierenden bilden. Christian Zürcher, Tages-Anzeiger, Michelle Schwarzenbach, damals Schweizer Familie, heute SRF-Online Kultur, Kerstin Hasse, Bündner Tagblatt und Simon Knopf sassen also bei einem Bier nach einem der MAZ-Kurse und kamen vom Bier zur Idee.  Eineinhalb Jahre, mehr als 20 Redaktionssitzungen, Diplomabschluss und anstrengende Job-Suche später ist Kurt geboren.

 

 

Edles Papier befriedigt die Haptik  (das so genannte Angreif-Gefühl) und spielt ein Alleinstellungsmerkmal von Print gekonnt aus. Grosses Format, überraschende Bilder und Illustrationen (Fotos: Yves Bachmann, Florian Bärtschiger, Yanik Bürkli, Franziska Rothenbühler, Philipp Schmidli, Steffi Sonderegger; Illustrationen: Adina Andres,  Benjamin Isliker) und ein witzig-sinnliches Layout mit Luft und Raum verführen dazu, sich zum Lesen Zeit zu nehmen bei Kaffee oder Bier (womit sich der Kreis schliesst).

 

 

Und die Texte lösen das Versprechen des Layouts ein: Da erzählt Lynn Scheurer wie ihr das tragische Scheitern Kurt Cobains durch die Pubertät half; Kerstin Hasse wirft durch die Brille ihrer Familiengeschichte einen neuen Blick auf das ständige Scheitern Italiens, und Michelle Schwarzenbach zeichnet das Psychogramm einer früh gescheiterten Ehe - um nur drei der 17 beeindruckenden Texte zu nennen. In allen ist überzeugende Autorenschaft spürbar sowie Lust und Leidenschaft am Schreiben. So werden Kurt zur Kür, eine Generation Y zur Generation Pfupf und tot geglaubter Print zum Versprechen für die Zukunft.

 

Magazin bestellen (CHF 10): kurt.magazingmailcom

 

#KURT auf ist auf Twitter (@KURT_mag) und Facebook.

 

 

Fotos: zVg.