News


Dank Teamarbeit zu preisgekröntem Journalismus

AP-Reporterin Kathy Gannon und AP-Fotografin Anja Niedringhaus kamen Ende August nach Zürich, auf Einladung von Keystone und des MAZ, um über ihre Zusammenarbeit zu erzählen.

Wie sie etwa Geschichten für später preisgekrönte Reportagen aufspüren, was ihre langjährige Teamarbeit so erfolgreich macht oder wie sie sich als Medien-Frauen in Afghanistan bewegen.

 

Erst Vertrauen und die Bereitschaft voneinander zu lernen rsp. das Handwerk des Gegenübers zu verstehen, habe ihre Zusammenarbeit ermöglicht. So haben sie zum Beispiel gemeinsam gelernt, auch Videomaterial zu erstellen: Niedringhaus macht die Aufnahmen, Gannon ergänzt sie mit Statements. Oder Gannon spricht mit den Leuten, damit Niedringhaus in Ruhe fotografieren kann.

 

Die Zusammenarbeit ist über die Jahre so eng geworden, dass die Reporterin beim Editieren der Fotos hilft und die Fotografin die Reportagen gründlich durchliest und kritisiert.

 


Barbara Basting, Kathy Gannon und Anja Niedringhaus (v.l.)

 

Im Gespräch, das Barbara Basting moderierte, gaben die beiden Frauen auch Einblick in die Vorbereitung ihrer Reportagen. So brauchte es fast zwei Monate Vorbereitungszeit, um den Trip mit pakistanischen Tanklastwagen von Quetta nach Kandahar zu organisieren. Kathy Gannon musste all ihre Kontakte mobilisieren, um die Bewilligung von Behörden und der mit dem Transport beauftragten Firma zu erhalten. Unterwegs wurden sie auch von amerikanischen Soldaten behindert (für die das Benzin bestimmt war) weil sie die zwei Frauen nicht alleine durch Afghanistan reisen lassen wollten.

 

Solche Geschichten kommen nur zustande, wenn man sich auf ein Krisengebiet konzentriert. Das erst ermögliche das Netzwerk und verhindere, dass man von den Konfliktparteien missbraucht werde. So kam auch das Interview mit einem Taliban-Kommandanten zustande, der offen über die Machtübernahme in Afghanistan spricht.

 

Beide Frauen sind davon überzeugt, dass ihre Zusammenarbeit wichtig ist. Gemeinsam bringen sie mit ihren Hintergrundgeschichten andere Perspektiven zum Newsalltag. Sie wollen jenen Menschen eine Stimme geben, die sonst ungehört bleiben. Ein Beispiel dafür sind die Angehörigen der Opfer eines amerikanischen Soldaten, der in Afghanistan unschuldige Zivilisten ermordet hatte.

 

Im September 2013 kehren Gannon und Niedringhaus nach Afghanistan zurück und beobachten die Auswirkungen des Abzugs der US- und Nato-Truppen.