Ausstellung am MAZ
Gut/Bös
Nika Rossmöller-Schmidt
17.8. - 3.9.02
Die Bonner Malerin beschäftigt sich seit September 2001 mit dem Thema Gut/Bös in der ihr eigenen Weise: Sie kommentiert malerisch das Zeitgeschehen von Woche zu Woche, von Tag zu Tag, und verfolgt dabei mehrere Serien von Bildmotiven gleichzeitig in Form von Bildpaaren.

Die durchweg kleinformatigen Bilder figurativen Inhalts sind von intensiver Farbigkeit - durchaus beabsichtigt: Man ist an alte Technicolor-Filme und an die Farben der amerikanischen Strassenkreuzer der Sechziger erinnert. Die Malweise ist à la prima, leichtfüssig, mitunter skizzenhaft - die Serien "Rorschach" und "Masken" sind in Mischtechnik mit Anteilen der Collage ausgeführt.

Die Themen der grössten Bildgruppe sind nicht zufällig denen der Hochglanzjournale der Yellow-Press und der Welt der Werbung verwandt. Rossmöller-Schmidt benutzt sowohl das Mittel der platten Banalität als auch das der subtilen Suggestion - die changierenden Oberflächen eines "eye catchers" - um den Betrachter dazu zu verführen, zwischen den Bildpaaren ein Urteil in Gut und Böse auszusprechen. Dabei leuchtet Ironie auf zwischen den Farbschichten. Die Art der Hängung erinnert an Kontaktabzüge beim Film. Da die Bildserien alle gleichzeitig entstehen, ist die Gesamtwirkung trotz der Farb- und Motivfülle streng. Wer sich zu einem allzuschnellen Urteil versteigt wird, wie man es bei R.-S. bereits aus früheren Ausstellungen vermuten darf, ganz schön aufs Glatteis geschickt, denn die meisten Exponate enthalten noch einen geheimen Kommentar oder eine kleine Korrektur - diese sind jedoch nur zu entziffern, wenn man durch eine rot- grün-Polfilterbrille schaut.

R.-S. zeigt im MAZ eine erste Auswahl der Arbeiten aus dem Prozess der Annährung an die Frage: Ist das Gute gut? Ist das Böse bös? - der mit der Ausstellung ja keineswegs beendet ist, sondern auf eine Langzeitbearbeitung abzielt, wie auch die Serie IDOL, weibl., (MAZ 1999), die bis heute weitergeführt wird.

Frau Dr. Phil. Eva SEWING hat mit ihrer kritischen, und konstruktiven Begleitung und mit Ihrem philosophischen Rahmentext sehr zum Gelingen des Projekts beigetragen. S.C. PFENDER gilt unser Dank für die Führung über die verschlungenen Pfade der neuen Medien (MARNI).

Malerei Installation
von Nika Rossmöller-Schmidt
im MAZ Kastanienbaum/Horw
17. August bis 03. September 2002

Besichtigung nach telef. Absprache oder Wochentags von 9–12 Uhr und 13-16 Uhr
Tel.-Nr.: +41 413403636




 

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