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Lecks bei BP
Wenn sich der Glaubwürdigkeitsverlust ebenso schwer stopfen lässt wie das Ölleck in der Tiefsee

«Apokalyptisches Szenario für BP», «Image-Desaster von BP», «Unermesslicher Reputationsschaden», «BP-Chef auf der Liste der meistgehassten Topmanager», «BP kauft Google Suchergebnisse» – die Horrorliste lässt sich nach Belieben verlängern.

Mag sein, dass diese Schlagzeilen irgendwann nach Jahren wieder aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden. Was sicher bleibt, sind neben langjährigen Schäden am Ökosystem die Bilder im Kopf der Menschen.

Bilder eines Lecks, tief am Meeresboden, aus dem das Schwarze Gold giftig sprudelt und sich selbst von einem Milliardenkonzern wie BP einfach nicht stopfen lässt. Mehr als 40 Milliarden Dollar an Börsenwert hat BP verloren und tausende empörter Amerikaner gegen sich aufgebracht. Selbst der Präsident geisselt den Multi scharf.

Noch bleiben dem Konzern mit dem grüngetünchten Logo Bilder von zig-hunderten ölverschmierten Vögeln erspart. Doch die anfängliche Verharmlosungsstrategie und die 150 Millionen Dollar, die BP für die Imagekampagne als «Umwelt-Saubermann» spendiert hat, richten sich zunehmend gegen das Unternehmen selbst. Denn mit dem Bekanntwerden von Schönreden, Vertuschen und der Unfähigkeit, dem Drama schnell und entschlossen ein Ende zu bereiten, wird die Reputation ruiniert. Wenn dann noch Geld in den verzweifelten Versuch fliesst, den Kommunikationsstrom im Web zu manipulieren, («BP kauft Suchergebnisse»: Geheimdokumente) - statt in die schnelle und unbürokratische Hilfe der Betroffenen, schlägt das dem (Öl-)Fass gänzlich den Boden aus. Da hilft auch die vielbeschworene Corporate Social Responsibility, etwa das ehrenwerte Bekenntnis von BP zum «Global Compact» der UNO, nicht mehr. Beides ist unverantwortlich: das Spiel mit dem Risiko und die Täuschungsmanöver in der Kommunikation.

Die entscheidende Frage ist: Was hat das mit Ihnen zu tun?

Nun, von Krisen weiss man nur mit Sicherheit eines: Sie kommen meist unverhofft, sie haben ihre eigene Dramaturgie und man kann sie durch Fehler in der Kommunikation verschlimmern.
Es gibt viele Schlussfolgerungen aus dem Leckfall BP. Zwei davon sind sicher:
1. Wer in der Kommunikation verspricht, was er im Handeln nicht hält, kann nur verlieren.
2. «Ich weiss zwar nicht, ob und wann und wie die nächste Krise kommt, aber ich sollte die relevanten Schritte und Prinzipien der Krisen-Kommunikation kennen und danach handeln.»

Bestehen im zweiten Punkt Zweifel und Unsicherheiten, unterstützt Sie das MAZ gerne und professionell: Medientrainings – für Führungskräfte und Kommunikationsverantwortliche

 

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