MAZ-Teilnahme an der SiencePO-Tagung, Paris
An einer hochkarätigen Tagung über die Zukunft der Journalismusausbildung im Juni 2009 an der Pariser Universität SciencePO war auch das MAZ eingeladen - als einzige Institution des deutschsprachigen Raums bzw. der Schweiz.
Nicholas Lemann Dean der Columbia University, New York sprach über «Journalism Education in the Internet Age» und meinte: «The Internet is the greatest thing that ever happened to American journalism schools. It seems like a medium that deprofessionalises our medium but it actually requires MORE skills if it is to be more than just posting information to a website»
David Klatell, ebenfalls von der Columbia School of Journalism referierte über Expertentum im Journalismus und meinte «Our philosophy is not to turn journalists into experts - the role of the journalist is to interpose themselves between the experts in the field and the public»
Charlie Beckett, Director of Polis, London School of Economics, UK sprach über die Bunkermentalität im Journalismus und sagte, was heute zurückgewiesen werde, sei Journalismus, der keinen Mehrwert biete und mainstream sei. Er plädierte für neue Formen von Vernetzungen des Journalismus– «Journalismus muss neue Partnerschaften eingehen mit den citizen».
Hans Henrik Holmes, Direktor of the Danish School of Journalism dachte nach über die Internationalisierung des Journalismus und stellte fest, dass es kaum wirklich internationale Medien gebe und auch das Web, obwohl global, meist national oder lokal genutzt werde. Dennoch sollte sich die Ausbildung vermehrt international ausrichten.
Fritz Cropp, Director of international affairs, University of Missouri, USA schliesslich forderte auf, nicht vorzugaukeln, dass wir genau wüssten, was wir zu tun hätten, da doch niemand die Zukunft unseres Berufes voraussagen könne. «Unsere Hauptaufgabe ist es, die jungen Leute für die Ungewissheit vorzubereiten.»
Sylvia Egli von Matt, Direktorin des MAZ betonte die Bedeutung der journalistischen Haltung sowie der Vermittlung der journalistischen Basiselemente. Ebenso wichtig aber sei es, die Entwicklungen in den Medien und im Journalismus als Chance und Herausforderung zu sehen und mir offen-kritischem Blick zu verfolgen und mit Neuem zu experimentieren.
Die Einladung zu dieser Tagung erachten wir als internationale Wertschätzung des MAZ – die Erkenntnisse werden wir nutzen, um unser Programm weiter zu entwickeln.

von links: Nicolas Lemann, Charlie Beckett, Sylvia Egli von Matt
Weitere Teilnehmende waren u.a. Belen Cebrian, r El Pais Journalistenschule, Lynette Steenveld, Rhodes University, South Africa, Heather Purdey von der City University of London, Peter Herford Shantou University, China, Anton Harber University of Witwatersrand in South Africa, Andres Azocar UDP School of Journalism in Peru.
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