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3. MAZ-Mediapodium zu «Transmediajournalismus»
Über 100 Medienfachleute besuchten am 2. September 2008 das dritte MAZ-Mediapodium zum Thema «TransmediajournalistIn: Berufsbild mit Zukunft?». Referiert und diskutiert wurde über die fortschreitende Multimedialität, technische Fortschritte in der Produktion, das veränderte Konsumverhalten - und um die neuen Anforderungen im Journalismus.
Sylvia Egli von Matt eröffnete den Abend mit einem Hinweis auf eine eher schwierige Zukunft der Medienbranche, die zu bewältigen Offenheit und Bereitschaft zum Wandel aller Beteiligten erfordere – und von den JournalistInnen zumindest Kenntnisse aller Medienarten.

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Res Strehle, Rüdi Steiner, Hugo Bigi, Sylvia Egli von Matt, Peter Leijten, Ditti Brooks, Michael Marti |
Thorsten Quandt, Professor für Journalistik an der FU Berlin, bewies sich als beredter Wissenschaftler mit Draht zur Praxis. Sein Keynote-Thema «Technikwandel, Medienwandel, Journalismuswandel» stützte sich auf Forschungsergebnisse und kritische Anmerkungen zur «Transformation des Journalismus». Der Experte verwies auf den Wandel der Konvergenzmodelle. Heute werde nicht mehr medienneutraler Content angestrebt, sondern medienspezifisch aufbereitete Inhalte, die «intelligent» in Verbindung gebracht sind. Dies fordere eben auch neue Berufsrollen.
Die Problembereiche der Konvergenz ortete Quandt beim Imperativ «Online first», der Beschleunigung bzw. Kostendruck, der «Googelisierung», dem Ressourcenbedarf und der veränderten Nutzung durch ein Publikum, das sich Informationen oft auch unter Umgehung der Medien beschafft.

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Praxisaspekte brachte Rüdi Steiner ein. Der Chefredaktor der CASH-Gruppe (Ringier) erläuterte deren Multi-Channel-Konzept und zog Lehren aus dem bereits routinierten multimedialen Redaktionsalltag. Dieser sei allerdings oft von Zeitdruck und mangelnden Ressourcen geprägt, «darum nimmt die journalistische Qualität ab».
Umso wichtiger seinen die gegenseitige Motivation und ein Arbeiten ohne Berührungsängste vor neuer Technologie: «Unsere Leute haben keine Angst vor den anderen Kanälen, jeder kann zum Beispiel eine VideoCam bedienen.» Viel Lernzeit bleibt auch nicht – der neuntägige Grundkurs des MAZ zu Videos fürs Web dauere für Cash schon zu lange...
Video-Interview mit einem Cash-Mitarbeiter (WMF, 109 MB!) |
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Res Strehle, stellvertretender Chefredaktor des Tages-Anzeigers (rechts im Bild) und Redaktor Michael Marti fassten die ersten Wochen des NewsNetz zusammen, des Online-Joint Ventures von Tagi, Berner Zeitung und Basler Zeitung. Dessen Werdegang war offenbar von Irrungen und Wirrungen geprägt.
In nun eher geordneten Verhältnissen produzieren rund 30 Leute in Zürich einen gemeinsamen «Mantel», während kleinere Redaktionen vor Ort die Regionalinfos erstellen. Man sei crossmedial allerdings noch nicht am Ziel, bekannte Strehle, auch würden noch mehr Partner ins Boot geholt. |
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Für frischen Wind sorgte der kurzweilige Vortrag von Peter Leijten, NRC Handelsblad, Amsterdam, der die Strategien und Erfolge von NRC.next vorstellte, einer ganz auf Junge zugeschnittenen Tageszeitung. Diese geht Themen auf eine andere, mal freche, mal schräge Art an, setzt neue Schwerpunkte, setzt auf Partizipation, wählt ungewöhnliche Aufmacher, Titel und vor allem Bilder.
Leijtens Darbietung sorgte für Heiterkeit – und wohl auch für Überlegungen, ob seine Rezepte auch hierzulande Anklang finden könnten. |
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Ditti Brooks schliesslich stellte den von ihm geleiteten dreijährigen Bachelor-Studiengang Multimedia-Production der HTW Chur vor, der ganz auf eine berufliche Polyvalenz respektive «Mehrmedienfähigkeit von Medieningenieuren» ausgerichtet ist.
Dass dabei journalistische Kernaufgaben mit solchen von Eventmanagern und Werbevideo-Produzenten vermengt werden, provozierte kritische Rückfragen aus dem Publikum. Der erste Bachelor wird Mitte September in Chur starten. |
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Das von MAZ-Dozent Hugo Bigi moderierte Mediapodium endete mit einem Dankeschön des MAZ an die Schweizerische Konferenz der Chefredaktionen (Partnerschaft), dem Hauptsponsor Cablecom und dem Speakersponsor Novartis.
Danach folgten ein Apéro riche und ausgiebiges Networking vor prächtiger Abendkulisse auf der KKL-Terasse.
Frank Hänecke

MAZ-Multimedia-Team: Jodok Kobelt, Frank Hänecke, Bernhard Bircher-Suits
Fotos. Stefan Bohrer |
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MAZ - aktuell
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